Posted on Dez 30, 2009

Minarettverbot, die Zweite

Hermann Schützenhöfer, seines Zeichens stellvertretender Landeshauptmann und Chef der ÖVP Steiermark, hat sich heute im Gespräch mit dem ORF in der Reihe “Gespräch zum Jahreswechsel” klar für Klassenkreuze und gegen den Bau von Minaretten ausgesprochen.

So spricht er von einem “Europa der Werte und keinem wertlosen Europa” (im Zusammenhang mit christlicher Kultur)  und als er darauf angesprochen wird, ob er nun im Teich der FPÖ fischen würde, davon, dass er er selbst sei und nicht nach rechts oder links schiele.

Kann dem Mann bitte jemandem beibringen, dass zu einem “Europa der Werte” auch der Wert der Religionsfreiheit und freien Ausübung von Religion gehört?

Die Volksabstimmung in der Schweiz hat also wie befürchtet eine Welle rechter Träume losgelassen, auch die der ÖVP. Wird Schützenhöfer im Herbst Landeshauptmann, kann man also von einem ähnlichen Verbot wie in Vorarlberg und Kärnten (siehe voriger Link) ausgehen.

Ist es nicht schön, in der grünen Mark zu wohnen?

Hier der Link zur Facebookgruppe.

Posted on Nov 6, 2009

Übers Kreuz gelegt

Nachdem der europäische Gerichtshof in einer Klage entschied, dass in italienischen Schuleklassen keine Kreuze mehr hängen dürfen, kommt das Thema auch in Österreich wieder auf (der Standard berichtete). Wenig überraschend: die ÖVP hält an den Klassenkreuzen (wie sie im Konkordat – Verhandelt im Austrofaschismus und in den 50ern ratifiziert – verankert) fest. Sofort haben sich Erwin Pröll und Josef Pühringer dafür ausgesprochen, dass die Kreuze in den Klassen bleiben sollen (frei nach dem Sprichwort: “Die Kirchn bleibt im Dorf!”). Der St. Pöltener Diözesanbischof Klaus Küng – Nachfolger von Kurt Krenn  - zeigte sich ebenso “besorgt”. Auch wenig verwunderlich.

Im Gegensatz dazu bereitet die Sozialistische Jugend bereits eine ähnliche Klage wie in Italien für Österreich vor, um eine langjährige Forderung vieler linker Organisationen (unter anderem von der Aktion kritischer SchülerInnen über GAJ, SJ und der eigens ins Leben gerufenen Laizismus-Initiative) endlich durchzusetzen.
Dafür wünsche ich ihnen viel Glück, denn Schulen sind zwar Staatssache (oder sollten es zumindest theoretisch sein), Religion muss aber Privatsache bleiben!