Posted on Nov 21, 2009

Stadt vs. Bund

Die SPÖ Graz tut es der SPÖ Wien gleich und setzt sich zusammen mit der SoHo Steiermark dafür ein, dass homosexuelle Paare ihre eingetragene PartnerInnenschaft doch noch am Standesamt feiern dürfen. Das Problem dabei: Graz ist eine schwarze Stadt. Demzufolge scheiterte der Antrag für eine Petition an den Nationalrat für eine Öffnung der Standesämter für Homosexuelle an einer knappen ÖVP-FPÖ-Mehrheit.

Was jedoch wieder gegen die 2003 beschlossene “Grazer Deklaration für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung” geht. Hierzu möchte ich aus dem oben bereits erwähnten Antrag zitieren:

In seiner Sitzung vom 3. Juli 2003 hat der Gemeinderat der Stadt Graz wiederum die „Grazer Deklaration für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung“ beschlossenen, in der sich die Stadt Graz „zur rechtlichen Gleichstellung verschiedengeschlechtlicher und gleichgeschlechtlicher PartnerInnenschaften“ bekennt.

Die Stadt Graz unterstreicht damit „das allgemeine verfassungsrechtliche Gebot, Diskriminierung zu vermeiden und geht die Verpflichtung ein, die Gleichbehandlung der Menschen unbeschadet der […] persönlichen Eigenschaften, insbesondere der geschlechtlichen Orientierung, zu gewährleisten.“

Der Chef der Grazer SPÖ, Wolfgang Riedler, dazu: „Wir Grazer Sozialen werden dennoch weiter dafür kämpfen, dass nach Wiener Vorbild auch in Graz der Trauungssaal für lesbische und schwule Paare offen steht.“
Fein, aber ob mit einer regierenden ÖVP ein Erfolg in diesem Thema möglich ist, sei dahingestellt.

Zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema.

Posted on Nov 17, 2009

Peppi's Angst vor "den Anderen"

Jetzt ist sie also beschlossene Sache, die “eingetragene Partnerschaft” für Homosexuelle. Das dies auch eine Partnerinnenschaft sein kann, darauf will ich gar nicht länger herumreiten – trotzdem zeigt sich mal wieder neben einer an sich begrüßenswerten Entscheidung, wie weit die ÖVP mit ihrem Gesellschaftsbild ist.

Da stimmt man nach langem hin und her nun doch für diese einegtragene PartnerInnenschaft, verweigert Homosexuellen aber vehemment jegliche Form von öffentlicher Zeremonie – die eh nur auf dem Standesamt stattfinden würde können, wenn man kurz an den Standpunkt der Kirche dazu denkt.

Hat man in der ÖVP wirklich Angst vor öffentlich gelebter Homosexualität oder doch eher vor der Kirche, die dem Peppi Pröll dann auf die Finger klopfen würde, wenn es so etwas wie eine wirkliche “Homo-Ehe” gäbe?