Posted on Jan 30, 2010

Quotenschwuchteln und andere Leiden Prölls

Doris “Reez” Wollner wurde letzte Woche Sepp Prölls Superpraktikant (das passt doch allein grammatikalisch nicht!) – nachdem sie 2007 bereits im Finale von “Österreichs schlechtester Autofahrer” war. Sie hat also das Zeug zur Fernsehpersönlichkeit, wenn sie nach dieser Woche auf Du und Du mit Pröll nicht in irgendeinem ÖVP-Büro landet.

Als ich gestern ein wenig nachforschte, habe ich natürlich auch ihre großartigen Youtube-Videos nicht ausgelassen. Was ich fand, fand ich nicht nur ungemein peinlich, sondern auch wirklich bedenklich. In einem ihrer Videos witzelte “Reez” darüber, bis zum Zeitpunkt des Videos noch kein Parteibuch gehabt zu haben -  jetzt aber schon! Sie habe die Pinke Partei Österreichs gegründet – in dem “Parteibuch” aus der Kollektion “Barby Traumprinzessin” befanden sich Fotos all ihrer bisherigen Mitglieder. Darunter war auch einer, den sie ihren “Quotenschwulen” nannte. Indem man_frau ihr ein Foto von sich und die gewünschte “Position” sende, würde man_frau auch aufgenommen in die (O-Ton) “PPÖ Österreichs”.

Daran schockierten mich zwei Dinge:

  1. sagte sie zwar mehrmals, dass sie “nicht so viel Ahnung von Politik” habe, aber das es bereits eine PPÖ gibt – nämlich die Piraten Partei Österreichs – schien der Studentin nicht bewusst zu sein
  2. der Ausdruck “Quotenschwuler” ist doch sowas von politisch inkorrekt.

Also habe ich mich zu einem tweet darüber hinreißen lassen. Für den zugegebenermaßen nicht netten Ton möchte ich mich hiermit zwar entschuldigen, die Reaktion darauf hat mich allerdings mehr als überrascht. Als ich den Link zum Video eine dreiviertel Stunde später nochmals anklickte, war das Video bereits gelöscht worden – heute sind alle ihre Videos verschwunden.

Grund dafür wird wohl eher der wenig erfreuliche Gesamtton der web2.0-Community über ihre Videos sein als das Ende ihrer Zeit als Superpraktikantin.
Aber ehrlich – welche Reaktionen werden erwartet, wenn die ÖVP eine offensichtlich in Sachen Politik völlig ahnungslose Person hochpusht? Eine 26-jährige Studentin, die offensichtlich gerne gefilmt wird und dabei eine Menge Blödsinn von sich gibt ist halt nicht das perfekte Aushängeschild für eine sowieso schon umstrittene Aktion.

Aber, liebe Doris: es tut mir aufrichtig Leid, so gemein gewesen zu sein.

Posted on Nov 6, 2009

Klaus Werner-Lobo als Hofnarr an der Seite von King Pröll

werner300“Globalisierungs-Clown” Klaus Werner-Lobo, von mir hoch geschätzter Autor und Kandidat der Wiener Grünen, möchte nun als Hofnarr an der Seite von King Pröll sein.
Dieser sucht nämlich “Österreichs Superpraktikanten” und verstößt damit gleich mal gegen §9 des Gleichbehandlungsgesetzes – dem Gebot der geschlechtsneutralen Stellenausschreibung. Aber geschlechtsneutrale Sprache passt halt mal nicht in das uralte Bild von Gleichberechtigung, das der ÖVP noch immer eigen ist.

Andererseits verkennt die ÖVP damit wieder einmal den Ernst der Lage – nämlich dass ein Praktikum meist alles andere als cool und begehrenswert sein kann. Denn auch in realen Praktika – vor allem im Studium – bekommt man/frau wie bei dem einwöchigen für Josef Pröll viel zu wenig bis nichts bezahlt. Und eine Nachtslalom-VIP-Karte plus einer Woche Urlaub, davon können “echte” PraktikantInnen nur träumen.

Vom Koalitionspartner SPÖ äußerte sich unter anderem die Vorsitze1256761716220nde der steirischen Jungen Generation, Claudia Kürzl, dazu: „Es gibt in Österreich genaue Regeln. PraktikantInnen müssen bezahlt und bei einer Sozialversicherung angemeldet werden. Arbeiten und dafür nichts bezahlt bekommen verstößt ganz klar gegen das Gesetz!“.

Da stellt sich mir also die Frage, ob das vermeintliche Praktikum gar keines istsonst müsste nämlich auch die ÖVP (Vizekanzler hin oder her) den gegebenen Regeln folgen. Aber anscheinend will sie interessierte Jugendliche (dies scheint mir die Zielgruppe zu sein, auch wenn die BewerberInnen manchmal anders aussehen) nur für PR-Zwecke instumentalisieren.

Und da wünsche ich Peppi Pröll dann Klaus Werner-Lobo an seine Seite. Der würde mit einer solchen Situation nämlich sehr gut umzugehen wissen.